Schweiz und Europa – bilateral

Wird der arbeitsbedingte Stress in Zukunft zu- oder abnehmen? Diese und weitere Fragen zu aktuellen Arbeitsplatzthemen stellte anfangs dieses Jahres die Europäische Agentur für Sicherheit und Gesundheitsschutz am Arbeitsplatz (EU – OSHA). Über 35 000 Personen (auch nicht berufstätige) aus 36 europäischen Ländern wurden von “Ipsos MORI” in ihrem Auftrag befragt. Die Ergebnisse zeigen auf, dass arbeitsbedingter Stress sowohl eine der grössten Herausforderungen im Bereich Gesundheit und Sicherheit, als auch eine immense Belastung in Bezug auf menschliches Leiden und wirtschaftliche Leistung in Europa darstellt: Acht von zehn Beschäftigten sind nämlich der Ansicht, dass die Zahl der Personen, die unter arbeitsbedingtem Stress leiden, in den nächsten fünf Jahren zunehmen wird, wobei mehr als die Hälfte sogar von einer starken Zunahme ausgeht.

Das Staatssekretariat für Wirtschaft SECO hat nachgezogen und die eidgenössischen Verhältnisse analysiert. Vor kurzem sind die Ergebnisse dieser eidgenössischen Befragung im Vergleich mit Europa erschienen. Um es vorweg zu nehmen: Die Eidgenossen unterscheiden sich in den meisten Punkten (vor allem in Bezug auf arbeitsbedingten Stress) nicht wesentlich von ihren europäischen Nachbarn im nahen Ausland.

Sind die Differenzen bei den ebenfalls erhobenen Aspekten von Sicherheit und Gesundheitsschutz am Arbeitsplatz noch gering – rund 89% Schweizer (europäischer Durchschnitt 86%) erachten gute Sicherheits- und Gesundheitspraktiken für die wirtschaftliche Wettbewerbsfähigkeit der Schweiz als wichtig – nehmen die helvetischen Arbeitnehmer mit ihrer Zuversicht, dass Sicherheits- und Gesundheitsanliegen in ihrem Betrieb Beachtung finden, dann aber ihren “Sonderfall” in Anspruch: Beinahe neun von zehn Arbeitnehmer sind nämlich zuversichtlich, dass Sicherheits- und Gesundheitsprobleme, die sie ihrem Vorgesetzten melden, tatsächlich auch angegangen werden. Damit liegt die Schweiz weit über dem europäischen Durchschnitt (74%) und erreicht in dieser Frage Rang fünf innerhalb aller untersuchten Länder. Betreffend ihrer Informiertheit schafft sie es gar auf einen Podestplatz im europäischen Vergleich. So hält sich die Allgemeinbevölkerung betreffend Sicherheit und Gesundheit am Arbeitsplatz für informiert (86%). Mit Unterschieden zwischen den Erwerbstätigen und Nichterwerbstätigen (90% bzw. 72%) übersteigt dieser Anteil den europäischen Durchschnitt (67%) bei Weitem. Die Schweiz belegt in dieser Frage Platz drei unter den teilnehmenden Ländern. Bei der “2012 Swiss poll on occupational health and safety for SECO” wurde eine repräsentative nationale Stichprobe erhoben. Nach Alter, Geschlecht und sprachliche Regionen gewichtet wurden über 1’000 Telefoninterviews durchgeführt.

Die Studien finden Sie hier

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